Nettozuwanderung 2013 – 2017

In den vergangenen Monaten sind mir immer wieder diverse Presseartikel aufgefallen, die darüber berichtet haben, dass Deutschland eine bestimmte Menge an Zuwanderung bräuchte, die Zahlen betrugen zum Teil 300.000 Personen, zum Teil bis zu 500.000 Personen. Als Grund wurde wie schon früher der demografische Wandel genannt. Vorab: Ich gehöre zu denen, die nicht daran glauben, dass es umbedingt eine bestimmte Massenzuwanderung benötigt, um einen demographischen Wandel zu begegnen. Es gibt eine Vielzahl anderer Möglichkeiten, diese adäquat zu erläutern würde aber hier den Rahmen sprengen. In diesem Artikel soll es vielmehr darum gehen, darzulegen wieviel (Netto-)Zuwanderung es schon in den letzten Jahren (2013 – 2017) gegeben hat. Dabei wollen wir anders, als die (verblendeten) Mainstreamjournalisten, nicht auf Hirngespinste und sogenannte „Flüchtlingszahlen“ fokussieren. Wir wollen sämtliche (Netto)-Zuwanderung betrachten.

Ursprünglich wollte ich für diesen Artikel auf Zahlen zurückgreifen, die aus einer Publikation der BA stammt. Nach dem ich nur die Zahlen für 2017 mit der „Fachserie 1 Reihe 2: Ausländische Bevölkerung – 2017“ abgeglichen habe, musste ich feststellen, dass die Zahlen der BA viel zu niedrig ausfallen. Leider ist dort nicht ausgewiesen, ob sich die Zahlen nur auf Personen beziehen, die im erwerbstätigen Alter (15-65) sind – ziemlich irritierend wie ich finde.

2017

Für 2017 betragen alleine die Nettozuwanderungszahlen aus der Europäischen Union 438.625 Personen. Die grössten Nettozuwanderungen kamen dabei aus den Staaten des ehemaligen Ostblocks mit 290.315 Personen. Aus Polen kamen 85.495 Personen, aus Rumänen kamen 85.280 Personen, aus Bulgarien 45.340 Personen und aus Kroatien kamen 37.140 Personen. 78.455 Personen kamen aus den PIGS-Staaten (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien); dabei Portugal (11.285), Italien (35.730), Griechenland (16.695), Spanien (14.745).

Aus den EU-Kandidatenländern (Albanien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei) kamen netto 17.605 Personen. Aus den EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz)  945 Personen und aus dem sonstigen Europa (Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Moldau, Russische Föderation, Ukraine, Weißrussland) 30.865 Personen.

In Summe kamen damit aus Europa 488.050 Personen 2017 nach Deutschland.

Aus Afrika kamen 37.445 Personen.

Aus Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) kamen 16.155 Personen.

Aus Asien kamen 136.375 Personen, dabei vorrangig aus Vorderasien (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Libanon) mit 92.775 Personen. Dabei kamen die meisten Personen aus Syrien (60.550), dem Irak (16.800) und dem Iran (8.845). Aus Ost- und Zentralasien kamen 19.690 Personen, dabei u.a. aus China 7.765 Personen und aus Afghanistan 5.200 Personen.

In Summe kamen  2017 netto 683.420 Personen nach Deutschland.

 

2016

Für 2016 betragen die Nettozuwanderungszahlen  aus der Europäischen Union 277.320 Personen. Aus dem ehemaligen Ostblockstaaten kam dabei der größte Zuzug mit 216.480 Personen. Aus Rumänien kamen 76.940 Personen, aus Polen 43.385 Personen und aus Kroatien 36.850 Personen. Aus den PIGS-Staaten kamen 40.435 Personen; dabei Portugal(2.535), Italien(18.700), Griechenland(11.545), Spanien(7.655).

19.660 Personen kamen aus den EU-Kandidatenländern in 2016. Der negative Saldo ist primär der „Mehrauswanderung“ der Staatsangehörigen aus Albanien (-19.840) und Serbien (-6.545) geschuldet. 1.335 Personen kamen aus den EWR-Staaten und aus dem sonstigen Europa 29.895 Personen.

Aus Europa kamen damit in Summe 288.895 Personen.

85.000 Personen kamen aus Afrika, davon 33.135 Personen aus Ostafrika, 30.530 Personen aus Westafrika und  Nordafrika 16.275 Personen.

12.665 Personen kamen aus Amerika.

576.020 Personen kamen aus Asien, davon 400.505 aus Vorderasien, wovon wiederum 260.210 Personen aus Syrien, 90.735 Personen aus dem Irak und 27.265 aus dem Iran kamen. Aus Süd- und Südostasien sind 38.485 Personen netto zugewandert, davon aus Pakistan 13.075 Personen und aus Indien 12.385 Personen. Aus Ost- und Zentralasien wanderten netto 137.035 Personen zu, davon alleine aus Afghanistan 118.600 Personen.

In Summe kamen 2016 netto 980.850 Personen nach Deutschland.

 

2015

Für 2015 betragen die Nettozuwanderungszahlen  aus der Europäischen Union 355.123 Personen. 282.459 Personen kamen aus den ehemaligen Ostblockstaaten, davon u.a. Rumänien (95.053), Polen (68.804) und Kroatien (37.710). Aus den PIGS-Staaten wanderten netto 52.839 Personen zu.

Aus den EU-Kandidatenländern kamen 75.985 Personen, davon die Mehrzahl aus Albanien (44.335). Aus den EWR-Staaten kamen 1.157 Personen. 57.971 Personen wanderten netto aus den sonstigen europäischen Staaten ein; hierbei aus dem Kosovo 24.733 Personen, und aus der Russischen Förderation 11.754 Personen.

Somit kamen in Summe 490.236 Personen aus Europa.

Aus Afrika wanderten netto 72.526 Personen nach Deutschland, davon aus Ostafrika 24.304, Westafrika 22.060 und aus Nordafrika 18.985 Personen.

Aus Amerika kamen 10.790 Personen.

Aus Asien wanderten netto 440.288 Personen zu. Das Gros mit 327.803 Personen kam dabei aus Vorderasien, davon 247.486 aus Syrien, 49.615 aus dem Irak und 11.880 aus dem Iran. 38.947 Personen wanderten netto aus Süd- und Südostasien zu, davon 10.916 aus Indien und 16.188 aus Pakistan. Aus Ost- und Zentralasien kamen 73.538 Personen, davon alleine 57.552 aus Afghanistan und 9.760 aus China.

In Summe kamen  2015 netto 1.036.194 Personen nach Deutschland.

 

2014

Aus der Europäischen Union wanderten 2014 322.382 Personen netto zu. Aus den früheren Ostblockstaaten wanderten netto 252.272 Personen zu und aus den PIGS-Staaten 55.365 Personen.

Aus den EU-Kandidatenländern wanderten netto 36.864 Personen zu, davon die Mehrzahl aus der Türkei 15.167, aus Albanien 9.765 und Montenegro 6.032 Personen. Aus den EWR-Staaten wanderten mehr Personen aus, als ein (-144). 40.275 Personen wanderten netto aus den sonstigen europäischen Staaten ein; davon 13.756 aus dem Kosovo, 9.109 Personen aus der Ukraine und aus Bosnien und Herzegowina 8.035 Personen.

Es kamen in Summe 400.691 aus Europa.

52.745 Personen kamen aus Afrika, davon 21.403 aus Ostafrika, 14.838 aus Nordafrika und 12.841 aus Westafrika.

11.351 Personen kamen aus Amerika. 

Aus Asien wanderten netto 135.374 Personen nach Deutschland ein, davon 84.409 Personen aus Vorderasien, das Gros aus Syrien (61.820).  25.643 Personen aus Ost- und Zentralasien, davon 10.645 Personen aus Afghanistan und 9.720 Personen aus China.

In Summe kamen  2014 netto 607.577 Personen nach Deutschland.

 

2013

2013 wanderten netto 317.540 Personen aus EU-Staaten ein. Das Gros dieser Personen kam aus den ehemaligen Ostblockstaaten mit 229.072 Personen, aus den PIGS-Staaten kamen 67.384 Personen.

Aus den EU-Kandidatenländern (damals: Island, Mazedonien, Montenegro, Serbien mit Kosovo und Türkei) wanderten 22.500 Personen nach Deutschland ein. Aus den EWR-Staaten (Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) kamen 1.460 Personen nach Deutschland und aus den sonstigen europäischen Staaten 39.691 Personen; davon 17.283 Personen aus der Russischen Föderation und 8.109 Personen aus dem Kosovo.

Aus Europa wanderten netto in 2013 381.191 Personen nach Deutschland ein.

38.995 Personen wanderten aus Afrika ein, davon 15.714 aus Nordafrika, aus Westafrika 10.456 Personen und 9.324 Personen aus Ostafrika.

Aus Amerika wanderten netto 14.186 Personen ein.

Aus Asien kamen 80.609 Personen, davon 35.947 aus Vorderasien, aus Süd- und Südostasien 23.812 und aus Ost- und Zentralasien 20.850 Personen.

In Summe kamen  2013 netto 518.753 Personen nach Deutschland.

 

2013 – 2017

Nach Deutschland wanderten von 2013 – 2017 aus den EU-Staaten netto 2.049.063 Personen ein; dieses sind 409.813 Personen p.a.

Aus Afrika wanderten von 2013 bis 2017 286.711 Personen ein; dieses sind 57.342 Personen p.a.

Aus Amerika wanderten netto in Summe zwischen 2013 und 2017 65.147 Personen ein; dieses sind 13.029 p.a.

Aus Asien kamen in der Zeitspanne 2013 bis 2017 1.368.666 Personen; das sind 273.733 Personen p.a.

Zwischen 2013 bis 2017 kamen 3.826.794 Personen nach Deutschland (NETTO); das sind 765.359 Personen p.a.

 

Fazit

Anders als in den deutschen Medien kolportiert wandern schon heute mehr als die häufig genannten 500.000 Personen nach Deutschland ein, um die (angebliche) demographische Lücke zu schließen. Es sind in Wirklichkeit sogar 765.359 Personen p.a. die nach Deutschland zwischen 2013 bis 2017 netto kamen. Das Gros dieser Personen kam aus Europa mit 409.813 p.a., davon 254.120 Personen p.a. aus den ehemaligen Ostblockstaaten und 58.896 aus den PIGS-Staaten. Aus Afrika kamen 57.342 Personen p.a..  13.029 Personen kamen p.a. aus Amerika. Aus Asien wanderten 273.733 Personen p.a. ein. 

Wenn also ein deutscher Politiker in den Medien wieder einmal behauptet, dass Deutschland so und soviel Zuwanderer benötige, sollte man ihm die Fakten direkt servieren, als dass er endlich „das Maul hält“ und an seinen ganz offensichtlichen Lügen erstickt!

EDIT 14.07.2018:

Der nächste Beitrag zum Thema „Demographie“ beschäftigt sich mit den „Einbürgerungen 2014 – 2017“.

EDIT 10.09.2018:

In einem anderen Betrag habe ich die BAMF-Zahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes verglichen: Nettozuwanderung: Statistisches Bundesamt vs. BAMF-Zahlen

Ein weiterer Beitrag zum Thema „Demographie“ beschäftigt sich mit den „Geburtenüberschuss Ausländer 2013 – 2017


Quellennachweise:

Fachserie 1 Reihe 2: Ausländische Bevölkerung

3 Kommentare zu „Nettozuwanderung 2013 – 2017

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s