Zersetzungsmaßnahmen…

Auf Tichys Einblick ist heute am 03.10.2018 ein Artikel mit der Überschrift „Empörungswellen nach dem virtuellen Mord an Hubertus Knabe“ erschienen. Der Artikel beleuchtet noch einmal den Hintergrund und die Gemengenlage für die Freistellung von Hubertus Knabe als Direktor der Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“, dort wo früher das Stasi-Gefängnis war. Knabe der dort 17 Jahre als Direktor tätig war und zuvor von 1992 bis 2001 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Gauck/Birthler-Behörde tätig war, wurde vom Kultursenator Lederer (die Linke aka SED) herauskatapuliert. Den Vorwurf den man ihm macht ist der, dass er auf (angebliche) Vorwürfe von  sieben (anonymen) Volontärinnen, Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen die seinen Vize Frauendörfer beschuldigen, Ihnen gegenüber sexistisch übergriffig geworden zu sein, nicht angemessen reagiert zu haben und diesen nur verwarnt habe. Was dürfte der eigentliche Grund für die Freistellung und die (mediale) Hetzjagd auf Knabe sei? Sein klarer Kampf für die Aufklärung der DDR, SED und Staatssicherheit und seine Warnung vor einem Wiedererstarken des Linksextremismus und dem Unterwandern von staatlichen Institutionen bzw. Förderung von Personen und Institutionen aus diesem Dunstkreis!

Ich selber habe die „DDR“, als „Wessi“ in ihren Entzügen am Rande miterlebt. Das erste Mal habe ich die „DDR“ 1986 als Kind mit meinen Eltern besucht. Ich kann mich noch gut an den Grenzübergang erinnern, insbesondere die Rückfahrt und die entsprechenden Kontrollen. Beklemmender war nur die Einreise nach Rumänien, die ich mit meiner Familie und meiner Großmutter 2 Jahre später besuchte. Aber auch als wir in Schwedt an der Grenze standen und mein Vater nicht glauben konnte, dass die Grenze Richtung Polen komplett zu war, „das sind doch (angeblich) Brudervölker“. Erst später, als ich „im Osten“ gearbeitet habe, habe ich dann von Personen die in der „DDR“ aufgewachsen sind, den wahren Grund erfahren. Man hatte offensichtlich Angst, dass die „Solidarnosc“-Bewegung überschwappte, so zu mindestens  erzählten diese es. Ich muss gestehen, als Kind hatte ich zu diesem Zeitpunkt keinerlei Ahnung über die „DDR“. Ich weiß nicht mehr ob meine Eltern mich in irgendeiner Weise überhaupt aufklärten, bevor wir diesen (entfernten) Verwandtschaftsbesuch antraten. Ich kann mich aber daran erinnern, dass ich meinen Eltern sagte, dass es hier „wie in alten Filmen aussieht“, mir ist die DDR grau-in-grau in Erinnerung. Das zweite Mal dann 1990, 2 Wochen vor der Wiedervereinigung, als wir die „DDR“ im Rahmen einer Klassenfahrt „besuchten“. Wir besuchten u.a. Pirna, Dresden, Meißen, Radebeul und das Elbsandsteingebirge. Im Jahr vor dieser Klassenfahrt, waren wir auf Klassenfahrt und ich kann mich noch daran erinnern wie unsere Lehrer vor dem Fernseher hockten als die Mauer fiel. Ein Jahr später also die Klassenfahrt nach Pirna und Umgebung. Wir wohnten in einem Schullandheim, dass angeblicher einer der besseren in der „DDR“ war. Die Gegend wirkte trostlos, m.W. waren damals schon einige Fabriken zugemacht wurden. Die Idee meines damaligen Klassenlehrers – im sonst links-grün-verstrahlten Lehrbetrieb – war gut und im nachhinein muss ich ihm an dieser Stelle nochmal danken, dass wir, wenn auch nur noch bruchstückenhaft in Erinnerung, die „DDR“ besuchen durften. Interessant ist zwar, dass wir zwar die Klassenfahrt nochmal aufarbeiteten in Form von „Gruppenaufsätzen“ o.ä. über die besuchten Städte und Museen, aber in keinster Art und Weise das politische System betrachtet haben. Das wurde nicht behandelt.  Das ist umso erstaunlicher da einige meiner Lehrer ein Faible für Gruppen- und Projektarbeiten hatten und infolgedessen wir die ersten 2 Jahre auf dem Gymnaisum nach (fast) jeder Stunde das große Tischerücken begann, da ein Teil der Lehrer auf „Hufeisen“ und der andere Teil auf Gruppentische bestand. Eine meiner wenigen Konfrontationen mit dem Marxismus war später an der Oberstufe, die Schönrednerei des Marxismus und der hegelschen Dialektik, allerdings auf einem flachen Niveau. Keinerlei kritische Auseinandersetzung, die es würdig wäre, erwähnt zu werden. Die menschenverachtenden-totalitären Regime, die auf dieser Ideologe fußten wurden nicht wirklich behandelt und damit auch keine Auseinandersetzung mit der „DDR“ und ihren Institutionen.

Warum schreibe ich das? Weil ich erst im Studium, quasi im Selbststudium neben meinem eigentlichen Studium, mich mit dem Marxismus bzw. der DDR beschäftigte. Und einer der Autoren, dessen Bücher ich verschlang, war Hubertus Knabe. Ich meine, dass ich ihn las, nachdem ich Ludwig von Mises für mich entdeckte, da ich zuvor etwas von Hayek las, den ich wiederum entdeckte, weil ein belangloses Paper über elektronische Märkte ihn im Literaturverzeichnis erwähnte. Es muss zuerst „Die unterwanderte Republik – Stasi im Westen“ die mich in meinen Bann zog und ich kam aus den Staunen nicht mehr heraus. Wenig später dann „Der diskrete Charm der DDR“ – Stasi und Westmedien“. Und dann später noch einmal „Die Täter sind unter uns – Über das Schönreden der SED-Diktatur“. Alle Bücher müssen Geschenke meiner Eltern gewesen sein, da ich sie mir gewünscht hatte. In diesem Jahr habe ich dann – nachdem ich Sie gebraucht im Internet erstanden hatte – den „17. Juni 1953 – Ein deutscher Aufstand“ und „Honeckers Erben – Die Wahrheit über DIE LINKE“ gelesen.

Es ist unfassbar was hier passiert. Hier wird in bester Staatssicherheitsmanier ein Mensch diskreditiert und verleumdet – zersetzt! Informierte Kreise wird das vielleicht weniger überraschen, dennoch erschüttert es mich, wie schnell man einen unbequemen Kritiker loswerden kann und wie die Mainstreammedien zum Teil über ihn herfallen. Dieser Mann hat zurecht darauf hingewiesen, dass Klaus Lederer (die Linke aka SED) Kultursenator in Berlin und damit den Vorsitz im Stiftungsrat einnimmt und dieses einen unerhörten Vorgang genannt hat und öffentlich dazu aufgefordert, nicht Kultursenator zu werden. Lederer wird auch in Knabes Buch „Honeckers Erben – Die Wahrheit über DIE LINKE“ behandelt. Ich zitiere hier einmal aus dem Buch (Seite 81 – 82):

Entsprechend positiv werden selbst schwer belastete Spitzenfunktionäre betrachtet. So huldigte 2006 fast die gesamte Parteispitze dem verstorbenen Spionagechef Markus Wolf, als dieser auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde beerdigt wurde. Parteichef Bisky persönlich hielt die Grabrede für den stellvertretenden Minister für Staatssicherheit, der nach der Wiedervereinigung wegen Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung zu zwei Gefängnis verurteilt worden war. Wolf war nicht nur für schuldig befunden worden, mehrere Entführungen aus der Bundesrepublik organisiert zu haben, sondern seine Spitzel hatten auch Tausende DDR-Bürger über sogenannte Abwehrhinweise ans Messer geliefert. Auch Modrow, Bundesgeschäftsführer Bartsch, der Berliner Parteichef Klaus Lederer sowie der damalige WASG-Vorsitzende Klaus Ernst erwiesen dem Stasi-General die letzte Ehre. In einer Anzeige im einstigen SED-Zentralorgan Neues Deutschland schrieben Lederer und Pau: „Wir trauern um unseren Freund und Genossen, einen streitbaren Kämpfer, der aufrecht durch sein Leben ging.“

Und dieser Klaus Lederer, der hier posthum den ehemaligen Vize-Minister für Staatssicherheit ehrte, sitzt nun im Stiftungsrat jener Gedenkstätte, das einst ein Gefängnis war, in dem die Stasi Menschen u.a. wegen ihrer politischen Überzeugung einsperrte und auch folterte, die dabei auch umkamen. Und einer seiner ersten Amtshandlungen ist nun, Knabe freizustellen, wegen irgendwelcher #Metoo-Vorwürfe gegen seinen Vize. Knabe hat sich natürlich nicht nur mit Lederer angelegt, sondern auch auch mit dem Familien- und Justizministerium , weil diese die Kahane-Stiftung förderten und fördern (aber eben auch dem Innenministerium!, wie schon auf diesem Blog erwähnt). Gründerin und Vorsitzende ist hier eben auch eine Stasispitzelin, die versucht hat dieses zu vertuschen und später zu beschönigen. Auf der deutschen Wikipdia wurde sogar der Absatz gelöscht. Knabe hat die Stasi-Akte von Kahane selber ausgewertet und ist zu ganz anderen Schlussfolgerungen gekommen. Es muss nicht wundern, woher das Kesseltreiben kommt, denn gelernt, ist eben gelernt!

 

Empörungswellen nach dem »virtuellen Mord« an Hubertus Knabe

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