Buchrezension: Irrweg Einwanderung von Patrick J. Buchanan

Wir wollen in diesem Blogartikel ein Buch besprechen, welches schon 2007 veröffentlicht wurde, aber nichts an Aktualität verloren hat und in der deutschen Übersetzung den Titel „Irrweg Einwanderung — Die weiße Welt am Abgrund“ trägt. Schon der Titel verrät, dass es nicht für political correctness Irrlichter, sondern für Freigeister geschrieben wurde. Das Buch umfasst 13 Kapitel auf 287 Seiten. Das Vorwort trägt den Titel „Finis Europae“ — interessant wie ich schon finde — und es beginnt wie folgt:

Auffallend sind die Gemeinsamkeiten zwischen der Dritte Welt—Invasion aus Mexiko, die die Vereinigten Staaten von Amerika derzeit erleiden, und der arabisch—islamischen und afrikanischen Invasion nach Europa, aber es gibt auch grundlegende Unterschiede.

Im 1. Kapitel befasst er sich mit der grundlegenden Frage, „Wie Zivilisationen zugrunde gehen“. Seine Erklärungen fußen dabei überwiegend auf Peter Heathers Buch „Der Untergang des Römischen Reiches“.

Das 2. Kapitel trägt den etwas martialisch anmutenden Titel „Die Invasion“ wo er sich mit denen befasst, die in die USA — überwiegend illegal eindringen.

Er leitet in Kapitel 3 dann direkt über und befasst sich mit „Die Folgen der Masseneinwanderung“. Wobei er sich mit steigender Kriminalität beschäftigt und den Nutzen der Massenmigration hinterfragt.

In Kapitel 4 geht er der Frage nach „Wie wird Amerika 2050 aussehen?“ und projiziert die Einwanderungsraten in die Zukunft und wie die USA dann aussehen werden.

Kapitel 5 befasst sich mit „Der Selbstmord der Republikanischen Partei“. Hier befasst er sich mit dem Wahlpräferenzen von Weißen, Schwarzen und Hispanics und überträgt die Bevölkerungsprojektionen auf die zukünftigen Wahlergebnisse der beiden großen amerikanischen Parteien. Er schlussfolgert, dass die „Grand Old Party“ nur dann eine Chance hat, wenn sie die Massenmigration aus Dritte—Welt—Staaten unterbindet und illegale Einwanderer zurückdrängt, da typischerweise Hispanics und Schwarze stärker Demokraten wählen, da diese ihren Forderungen nach einem größerem Sozialstaat nachkommen.

Das 6. Kapitel ergründet „Die Wurzeln unserer Lähmung“, wobei er am Anfang unmissverständlich klarstellt, dass die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika innerhalb von Wochen die mexikanische Grenze sichern könnte und somit der illegalen Migration einen Riegel vorzuschieben. Er vergleicht die Politik George Bushs und Theodore Roosevelt hinsichtlich der Einwanderung und den illegalen Grenzübertritten. Er beschäftigt sich dabei welche Kräfte hinter der Politik der offenen Grenzen stehen.  Als verborgene Ursache benennt er glasklar den westlichen Schuldkomplex.

In „Groll auf den Gringo“ (Kapitel 7) geht er auf die Geschichte Mexikos und der USA ein und erläutert seinen Leser, wie u.a. Florida und Texas an die USA fielen und er verweist darauf, dass den Mexikanern diese Geschichte präsenter ist, als den meisten Amerikanern, da es in mexikanischen Geschichtsbüchern ausführlich behandelt wird. Aber eben nicht nur in mexikanischen sondern auch in  Geschichtsbüchern, die in den USA in Gebieten mit mexikanischer Bevölkerungsmehrheit (auf Spanisch) verwendet werden. Er geht dann auch auf die Reconquista der ehemals mexikanischen Gebiete durch die Massenmigration ein und weist daraufhin, dass dieses auch von mexikanischer Seite nicht geleugnet wird, dass man dieses anstrebt.

In Kapitel 8, „Der Aztlan-Plan“ geht er auf das offensichtliche eigentliche Ziel ein, die Schaffung einer Nordamerikanischen Gemeinschaft, als Vorstufe zu einer Weltregierung. Er erklärt ausführlich dass die Vorstellung eine Nordamerikanische  Gemeinschaft zu schaffen, indem es keine Grenze mehr gibt, schon aus einer ökonomischen Perspektive heraus geradezu selbstmörderisch ist, da 40 % der Mexikaner weniger als 2 Dollar verdienen, der tägliche Mindestlohn in den USA aber 41 Dollar betrage. Er beschließt das Kapitel mit folgendem Absatz:

Onkel Sam geht ein höllisches Risiko ein, indem er eine gewaltige Diaspora aus einem Land aufnimmt, das sich dermaßen tiefgreifend von dem unseren unterscheidet. Wenn sich diese Politik als historische Fehler entpuppt, werden unsere Kinder in einem balkanisierten Land leben, das mit dem Amerika, das wir kannten, recht wenig gemein haben wird. „Sollte die Assimilation scheitern“, schreibt Huntington, „werden die USA zu einem zerrissenen Land mit einem ungeheuren Potential für innere Streitigkeiten und Zwietracht werden“. Diese Entwicklung hat bereits eingesetzt. Warum setzen wir etwas so Kostbares und Unersetzliches wie unser Heimatland leichtfertig dieses Risiko aus?

Kapitel 9 beschäftigt sich mit: „Was ist eine Nation“. Er setzt sich in diesem Kapitel zunächst damit auseinander, dass eine Wirtschaft kein Land ist. Er hält fest, dass die Seele einer Nation der Patriotismus ist. Er hält zudem fest, dass der Begriff „Nation“ vom lateinischen nascere – geboren werden stammt und somit seinem Wesen nach eine Blutsverwandtschaft voraussetzt. Er widerlegt aus seiner Sicht, dass Amerika weitaus mehr ist, als eine Glaubensnation, denn laut seiner Meinung ist „jede wahre Nation […] Schöpfung eines einzigartigen Staatsvolkes, das sich von allen anderen unterscheidet“.  Vor diesem Glaubensbekenntnis kam die Nation, denn er schreibt:

Amerika ist viel, viel mehr als eine „Glaubensnation“. Samuel Huntington selbst schreibt: „Amerika wurde von Siedlern gegründet, die im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert gekommen waren, fast alle von den Britischen Inseln … Sie definierten Amerika anfänglich rassisch, ethnisch, kulturell vor allem aber religiös. Dann, im achtzehnten Jahrhundert, mußten sie Amerika auch ideologisch definierten, um ihre Unabhängigkeit von ihren in der Heimat zurückgebliebenen Landsmännern zu rechtfertigen.“

Die Ideologie wurde von den kolonialen Eliten geschaffen, um dem Bruch der Bande zu ihren britischen Blutsbrüdern eine theoretische Rechtfertigung zu verleihen. Doch vor der Ideologie war das Land da. Ehe seine größeren Dokumente niedergeschrieben wurden, existierte Amerika bereits im Herzen seiner Bevölkerung. Nicht die Verfassung schuf das Staatsvolk, sondern das Staatsvolk gab sich eine Verfassung. Viele unserer Gründerväter glaubten in der Tat an universale Prinzipien und Recht, doch sie alle waren loyal gegenüber einer bestimmten Nation und deren Mitgliedern, mit denen sie durch Blut, Boden und Erinnerung verbunden waren.

Er seziert im Unterkapitel „Stirbt die wahre Nation?“ zudem die Argumente derer die eine Nation bzw. eines Staatsvolkes versuchen zu definieren. Er weist daraufhin, dass der alleinige Schwur auf eine Verfassung einen nicht zu einen Patrioten macht und verweist darauf, dass General Robert E. Lee auch einen Eid schwörte und es dennoch ablehnte den „Aufstand“ der Südstaaten niederzuschlagen und stattdessen sich an dessen Spitze stellte. Er fragt zurecht, was Mexikaner geg.falls davon abhält, sich auf die Seite von Sezessionisten zu stellen die geg.falls dann amerikanisches Staatsgebiet, welches durch Massenmigration „mexikanisiert“ wurde, welche eine Abtrennung und geg.falls einer Einigung dieser Gebiete mit Mexiko verlangen.

In Kapitel 10 „Die Rückkehr des Stammesdenkens“ betrachtet er von den schon heute aufflammenden tribalistischen Konflikten, insbesondere zwischen Schwarzen und Hispanics in den USA. Er erläutert aber zunächst, dass die furchtbaren Kriege zwischen Imperien und Ideologien dazu geführt hätten, dass die endlosen Kultur- und Stammeskriegen, deren Wurzeln versteckter seien, in Vergessenheit gerieten sind. Als Beispiel führt er die Tschechoslowakischen Republik 1938 auf, aber auch den Untergang der Sowjetunion, die am Ende in 15 Staaten zerfiel.  Für ihn ist eine offenkundige Tatsache, dass multikulturelle, multiethnische und vielsprachige Staaten nur Bestand haben könnten wenn sie entweder authoritär regiert werden oder aber einen dominierenden ethnischen-kulturellen Kern haben. Ist dieses nicht vorhanden, so treten zunächst innerstaatliche Spannungen und Konflikte auf, am Ende zerfällt der Staat.

Kapitel 11 ist mit „Eurabia“ betitelt. Hier fasst er die „Ergebnisse“ der Massenmigration in die europäischen Staaten zusammen, dabei insbesondere jene nach Großbritannien, Frankreich, Holland und Deutschland. Er verweist darauf, dass 2007 20 Millionen Muslime in Europa gelebt haben – wieviele sind es heute? – und deren katastrophalen Auswirkungen.

„Eine Nation von Einwandern“, so lautet der Titel des 12. Kapitels. Hier erläutert er nochmals ausführlicher die verschiedenen Phasen der Einwanderung in die USA, aber auch die Durchsetzung von Einwanderungsbeschränkungen- und  -gesetzen, damit die Einwander nach den Einwanderungswellen sich assimilieren konnten. Er verweist hier, dass die Einwanderer vor 1965 in weiten Teilen aus Nordeuropa kamen und eine der Hauptforderung der vorherigen Einwanderungsgesetze es war, die Zusammensetzung der USA nicht zu verändern, d.h. die Quoten der Herkunftsländer war ausgerichtet auf die Herkunft der bisherigen Einwanderer. Zudem betrachtet er das Einwanderungsgesetz von 1965 und dessen Implikationen. Wie sich durch dieses das Gesicht Amerikas verändert und dass die seitdem stattfindende Einwanderung mit früheren Einwanderungswellen nicht zu vergleichen ist.

Das letzte Kapitel (13) „Die letzte Chance“ befasst sich mit den Maßnahmen, die aus Sicht Buchanans, ergriffen werden müssten, damit die seit 1965 stattfindende Migration, die wenn sie nicht aufgehalten wird, aus seiner Sicht zu einer Zerstörung der Vereinigten Staaten führen wird, noch verhindert werden kann.

Das Buch ist gut geschrieben und enthält genügend Fakten und Beispiele, die den einen oder anderen Leser vielleicht verstörend zurücklassen. Erstaunlich ist, dass das Buch schon 2007 geschrieben wurde und die Forderungen immer noch nicht im Ansatz umgesetzt wurden, auch wenn mit Trump ein Präsident gewählt wurde, der dieses Problem angehen wollte, u.a. durch den (Aus)Bau der Mauer.

Zu dem Buch gibt es natürlich eine Alternative, nämlich Samuel Huntingtons Buch „Who Are We? – Die Krise der amerikanischen Identität“, welches schon 2004 publiziert wurde und indem er der Frage nachging, was die USA ausmacht und was ihr kulturelles Erbe ist und im Anschluss daran wie die Massenmigration seit 1965 das Gesicht der USA verändert. Dieses ist durchaus mein präferiertes Buch, ich kann aber auch Buchanans Buch problemlos empfehlen. Wer Huntingtons Buch liest, sollte aus meiner Sicht zunächst auch sein Buch „The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order“ lesen.

3 Kommentare zu „Buchrezension: Irrweg Einwanderung von Patrick J. Buchanan

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