Fahrradgate im Landschaftsschutzgebiet oder hat der Staat keine anderen Sorgen

Pünktlich zu den Ostertagen gab es Sonnenschein und so bin ich im nahegelegenen Landschaftsschutzgebiet ein wenig umhergestreift. Und bin auf zwei Herren in Uniform gestoßen, die gerade einen Fahrradfahrer angehalten haben. Ich bin vorbeigelaufen und habe im Vorbeigehen nur gehört, dass die „netten“ Herren etwas von „bis zu fünfzigtausend“ Euro faselten. Beim Zurückgehen wieder das gleiche Schauspiel, diesmal wurde ein zwei Radfahrer angehalten und hier habe ich dann mithören dürfen, dass die die tatsächlich anhalten weil die Fahrrad gefahren sind. Nun muss man dazu sagen, dass das kein „offizieller“ Weg , sondern ein gut ausgetrampelter und ausgefahrener (Autoreifen!) Weg ist, der auch gut frequentiert ist und zwei Wege miteinander verbindet. Eine Ausschilderung, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet ist, findet sich bei den abzweigenden Wegen nicht. Man muss schon wissen, dass man sich in einem befindet. Zu Hause habe ich explizit nach einer städtischen Verordnung gesucht und siehe da, tatsächlich existiert eine und auch die Strafandrohung von bis zu 50.000 € steht drin. Nun muss man sich ernsthaft fragen, ob die Stadt keine anderen Sorgen hat, da es Ecken gibt, wo vielleicht eine Kontrolle tatsächlich dringender wäre. Insbesondere existiert seit ein paar Jahren, neben den üblichen Ecken, an den neugestalteten Seeanlagen regelrechte Problemecken. Diese sind erst durch das Handeln des Landesvaters entstanden, der sich damit offensichtlich sein persönliches Denkmal setzen wollte. Idee gut – Umsetzung katastrophal. Da qualmen die Schishapfeifen, die Grills sind an, Ghettoblaster mit orientalischer Duddelmusik und das Benutzen des Mülleimers muss auch noch geübt werden. Da gebe es genügend zu tun, vermutlich müsste man bei der ersten Kontrolle aber eine Hundertschaft anfordern. Deshalb lässt man es lieber, Fahrradfahrer kontrollieren die den Trampelpfad nutzen ist einfacher — einfach heldenhaft!

Es ist ja nicht so, dass es nicht echte Probleme gibt, z.B. steigende Deliktzahlen bei bestimmten kriminellen Sachverhalten. Aber jeder hat halt so seine Prioritäten. Aber wie war da noch der Spruch eines tschechischen (?) Politikers bezüglich offener Grenzen und Angelschein. In Anlehnung daran: Wer in einem Staat lebt, der Fahrradfahrer die auf Trampelpfaden in Landschaftsschutzgebieten stärker kontrolliert, als Verdächtige in Problemecken, der kann zu Recht behaupten, dass er von absoluten Idioten reagiert wird.

Ein Kommentar zu „Fahrradgate im Landschaftsschutzgebiet oder hat der Staat keine anderen Sorgen

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s