Mobilisierung und Regimesturz – weitere Anmerkungen

Ein paar Anmerkungen bezüglich meines letzten Blogbeitrages. Hierzu gab es einen Kommentar der weitere Klärungen bedarf.

Ob die Informationen richtig sind weiss ich nicht, aber es wird zumindest von russischer Seite behauptet, dass es sich um eine reine Freiwilligen-Armee handelt, auch bei den eingesetzen professionellen Berufssoldaten und den Wehrpflichtigen.

Kommentar

Nichts anderes schrieb ich de facto, wobei ich mir nicht sicher bin ob sich hier Wehrpflichtige freiwillig gemeldet haben. Das wäre ziemlich blöd, weil ein Wehrpflichtiger angeblich 90 Euro pro Monat erhält, ein Vertragssoldat aber bis zu 1000 Euro und ein jetzt ausgehobener 3-Monats-Verpflichteter 3000 Euro.

Das Problem des Nicht-Einsatzes der Wehrpflichtigen ist nicht nur ein quantitatives Problem, sondern ein qualitatives Problem. Die Wehrpflichtigen werden zusammen mit den Vertragssoldaten ausgebildet und sind somit ein Team in der eingesetzten Einheit, zum Beispiel ein Schützenpanzer mit Mannschaft. Beim Einmarsch in die Ukraine sind aber aber diese Einheiten eingesetzt worden ohne die Wehrpflichtigen. Das bedeutet aber dass zum Beispiel ein Schützenpanzer mit Schützentrupp der aus 3+6 Soldaten besteht anscheinend nur aus 3-5 Soldaten bestand. Somit ist dieses vollkommen wirkungslos, da die Soldaten nur ausreichen um die Fahrzeugmannschaft zu decken (Kommandant, Fahrer, Richtschütze) und somit nicht ausreichend Soldaten zur Verfügung stehen um den eigentlichen Schützentrupp zu bilden. Somit besteht aber keine infanteristische Unterstützung der Kampfpanzer, weshalb es auch immer wieder möglich war einzelne Kampfpanzer im Hinterhalt anzugreifen, ohne diese adäquat infanteristisch zu bekämpfen. Eine Panzermannschaft bekommt bei einem geschlossenen Panzer nicht mit wenn sich infanteristische Kräfte nähern, eine abgesetzte Schützenmannschaft sehr wohl. Sie wirkt auch abschreckend und kann nachsetzen.

Bis auf die Raketen scheint das eingesetzte Waffenmaterial vorwiegend aus den Reserven zu stammen.

Kommentar

Das bezweifel ich. Die eingesetzten normalen militärischen Soldaten, aber auch die Polizei beziehungsweise Grenzschutztruppen dürften ihre Fahrzeuge auf denen sie ausgebildet werden mitgenommen haben. Etwas anderes ist möglich bei Truppen die danach geformt wurden, also Miliztruppen aus den Republiken beziehungsweise die 3-Monats-Verpflichteten.

Niemand darf von einem Krieg sprechen, sondern nur ueber eine Sonderoperation, weil ihm ein Krieg politisch uebel genommen wuerde. Bei den bisherigen Wahlen stand seine Partei aber immer deutlich ueber 50%.

Kommentar

Es darf nicht Krieg genannt werden, weil dann eben über eine Mobilisierung nachgedacht werden müsste. Ich bezweifel ja, dass der Rückhalt so hoch ist, dass die Menschen bereit sind für diesen Krieg ihr Leben zu lassen, das gilt insbesondere für Menschen die in Städten im europäischen Teil wohnen.

2 Kommentare zu „Mobilisierung und Regimesturz – weitere Anmerkungen

  1. Ich bin nicht auf Telegram unterwegs, aber ein russischer YouTuber, der taegliche Grenz/Front-Berichterstattung betreibt, behauptet, dass die „Sonderoperation“ nur mit ca. 150.000 russischen (oder bald russischen) Soldaten bestueckt ist, waehrend die Ukrainer mit Ausbildern aus den USA und UK inzwischen wohl knapp 1 Million Soldaten aktiviert haben. Die Russen sind bisher wohl nur in bereits von Donbass Soldaten kontrollierte Gebiete eingefahren, ohne nennenswerten Widerstand der ukrainischen Armee, und beschiessen die Ukrainer vor allem mit Artillerie. Die wenigen Vorstoesse und Gebietsgewinne resultierten wohl nur aus den Aktionen dieser ominoesen Soeldnertruppen.

    Weiterhin gibt es YouTuber, die in Moskau usw. Strassengespraeche aufzeichnen. Praktisch jeder Russe weiss, dass da ein Krieg ablaeuft, aber weiss auch, dass er das Wort nicht benutzen darf. Es scheinen sich die Haelfte der interviewten Russen einen Dreck um den Donbass zu scheren, und die andere Haelfte traeumt von der Wiedererrichtung des sowjetischen Grossreichs. Die russischen Muetter mit noch weniger Kindern als die Deutschen, sind nicht begeistert, wenn ihre wehrpflichtigen Soehne in einem undeklarierten Krieg sterben. Die Bedingungen fuer die Wehrpflichtigen sind eh schon schlimm genug. So erklaere ich mir die bisherige Taktik der Russen im Donbass – die freiwilligen Truppen besetzen das Gebiet und verstaerken die Donbass-Soldaten, aber der Infanteriekampf wird den Soeldnern ueberlassen.

    Ich kann kein Russisch und auch nicht beurteilen, wer sich da nur wichtig macht, und wer wirklich was weiss.

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