Asyl- und Migrationsindustrie: Weserholz

Über einen Tweet bin ich auf einen aktuellen Artikel im Weser-Kurier aufmerksam geworden [1]. In diesem geht es um das „Unternehmen“ „Weserholz“. Dieses behauptet im Kern eine Design-Werkstatt zu sein. Gegründet wurde es von Paula Eickmann. Im Artikel heißt es hierzu:

Die Entwicklung erfolgt aber mit der Hilfe von Trainees: Menschen aus Ländern, die in Deutschland kaum eine Bleibeperspektive haben, weil ihnen kein Asyl gewährt wird. „Wir haben erkannt, dass diese Menschen durch ein Raster fallen“, sagt Eickmann. Denn staatliche Integrationskurse gibt es nur mit Asyl. Deshalb bekommen die Trainees bei Weserholz zusätzlich Deutsch- und Matheunterricht, werden künstlerisch und handwerklich weitergebildet – und können in dieser Zeit nicht abgeschoben werden.

Der Satz „Denn staatliche Integrationskurse gibt es nur mit Asyl“ ist natürlich eine astreine Lüge. Zunächst gibt es natürlich Integrationskurse für Asylanten, Flüchtlinge und Personen mit subsidärem Schutz. Falls hier Plätze unbesetzt bleiben, so dürfen auch Personen mit unklarer Bleibeperspektive diese einnehmen. Es gibt allerdings auch Integrationsmaßnahmen für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive und „Geduldete“. In einem anderen Artikel „Die Asylindustrie und der Bundeshaushalt: Haushaltstelle „Integration und Migration, Minderheiten und Vertriebene“ hatte ich schon darauf hingewiesen, dass in der Haushaltstelle „Integration und Migration, Minderheiten und Vertriebene“ nicht nur 610.077.000 Euro für Integrationskurse vorgesehen sind, sondern weitere 73.987.000 Euro. Und diese sind eben explizit vorgesehen für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive. Zudem existieren auch in den Landeshaushalten diverse Fördermöglichkeiten, hier hatte ich schon in diversen Artikeln zum Thema Europäischer Sozialfond hingewiesen. Aber nicht nur über den Europäischen Sozialfond, sondern es finden sich in den Landeshaushalten noch weitere Förderungen. Unabhängig davon: Warum sollte der Staat diesen Personenkreis überhaupt fördern?

Auf der Webseite der Weserholz findet sich ein ganzes Team. Da sind zum einen 7 sogenannte Trainees aufgeführt, also Personen die hier de facto sich illegal aufhalten. Aufgrund dieser Maßnahme aber eben nicht abgeschoben werden. Zudem gibt es eine Leitung: Paula Eickmann und Tanja Engel. Es gibt einen Sprachmittler & Assistenz Pape Samba Ndiaye, einen Leitenden Designer Anselm Stählin, einen Tischler Amin Mlli, Nataschs Bogic wird als Leitung Deutschwerkstatt ausgwiesen, sowie  Vesna Linde als Mathematik-Trainerin. D.h. sieben Personen bringen diesen Personen rudimentäre handwerkliche Kenntnisse, Grundlagen Rechnen und Deutsch bei. Dieses entspricht einem Betreuungsverhältnis von 1:1.

Paula Eickmann ist wohlbemerkt keine Designerin o.ä., sondern sie schreibt auf ihrer Webseit, dass sie seit Abschluss ihres Studiums als freie Kulturvermittlerin tätig ist. Als Förderer werden auf ihrer Webseite aufgeführt: Aktion Mensch, Deutsches Kinderhilfswerk, Town & Country Stiftung, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport – Freie Hansestadt Bremen, Senator für Kultur, Bürgerstiftung Bremen und die Schütting Stiftung. In Summe werden auch hier ganz offensichtlich staatliche Kanäle angezapft, sprich der Steuerzahler darf das ganze bezahlen.

Im Weserkurier heisst es zur Gründung von Weserholz:

Als Paula Eickmann 2016 den Entschluss fasste, Weserholz zu gründen, wollte sie „wirtschaftliches Denken mit einem sozialen Aspekt“ verknüpfen. […] Mitstreiter fand sie schnell. Tanja Engel stieg in die Leitung mit ein, ein Designer kam dazu und schließlich auch Amin Mlli, der Tischler des Unternehmens.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, sie hat keine Ahnung und suchte dann das Team zusammen. Wofür braucht man sie dann? Vermutlich zum Beschaffen von Fördergeldern, da sie schon in der Vergangenheit Gelegenheit hatte auf die zahlreichen staatlichen Fördertöpfe zuzugreifen.

Tanja Engel schreibt auf ihrer Webseite über sich [4]:

Nachdem ich etwa 6 Jahre vor allem mit freien Tanzkompanien und Performance- sowie Theater-Kollektiven zusammengearbeitet habe und auch Partnerin für freie Spielstätten und Veranstalter im Bereich der Darstellenden Künste war, hat sich mein Tätigkeitsfeld seit 2017 verschoben. Im Fokus meines Interesses steht die strategisch konzeptionelle Planung und Umsetzung von weserholz in Bremen.

Das heißt auch diese Person hat de facto keine Ahnung von dem was sie das tut.

Und wie wird das Ganze finanziert? Laut Eigendarstellungen wird das ganze von verschiedenen Förderprogrammen gefördert. Auf der Webseite finden sich unter Förderer: Aktion Mensch, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport – Freie Hansestadt Bremen, Senator für Kultur und die Schütting Stiftung. Also eine Teilmenge der auf der Webseite von Paula Eickmann angegebenen Förderer.

Wie will man sich langfristig finanzieren? Auch hierzu findet sich eine Antwort im Weserkurier:

Das langfristige Ziel von Weserholz sei es, sich als Marke zu etablieren, aber ein soziales Unternehmen zu bleiben. „Wir wollen auf dem Designmarkt mitmischen“, sagt Eickmann. „Als Designer ernst genommen werden.“ Auch möchte Weserholz den Großteil der Finanzierung des Unternehmens über die Produkte erreichen.

Sozial und Großteil der Finanzierung dürfte sich ausschliessen, zumal sie zuvor verraten:

Die Prototypen fertigten die Trainees gemeinsam mit Mlli in der eigenen Werkstatt an. Die Exemplare, die verkauft werden sollen, werden von einer Bremer Tischlerei hergestellt. „Der Fokus liegt bei uns auf der Entwicklung“, sagt Leiterin Tanja Engel. Außerdem seien die Trainees ohnehin Laien bei der Holzarbeit.

Das Ziel dieser ganzen Angelegenheit soll sein, dass diese Personen dann eine Ausbildung machen. Der erste Jahrgang so verrät uns der Weserkurier hat aber zunächst eine Schleife über eine betriebliche Einstiegsqualifizierung gedreht, der Weserkurier verrät:

Vier der sechs jungen Männer konnten direkt im Anschluss in ein Programm zur Betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) übernommen

Und was ist die berufliche Einstiegsqualifizierung? Die Bundesagentur für Arbeit klärt auf [5]:

Die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) beinhaltet ein betriebliches Langzeitpraktikum von mindestens 6 bis maximal 12 Monaten. Eine Übernahme in
Ausbildung sollte vom Unternehmen angestrebt werden.
EQ dient der Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit.
Die BA schreibt weiter:
Die AA oder das jeweilige Jobcenter (JC) erstattet dem Arbeitgeber auf Antrag einen Zuschuss zur EQ-Vergütung bis zur Höhe von 231 Euro monatlich (Stand 08/2016)
Die BA schreibt weiter, dass 60% der Teilnehmer der EQ danach eine betriebliche Ausbildung im Betrieb machen. Man sollte allerdings wissen, dass in Bremen auch diese Ausbildungsvergütungen zum Teil bezuschusst werden. Hierzu hatte ich schon in meinem Blogbeitrag „Europäischer Sozialfond: Bremen“ [6] hingewiesen.

Das ist allerdings nicht der erste Artikel im Weserkurier, es findet sich weitere Artikel z.B. vom 10.12.2017[7] und 18.12.2017 [8] in dem es um dieses Unternehmen geht. Am 18.12.2017 war der Bürgerschaftspräsident der Bremer Bürgerschaft Weber zu Gast. Der konnte vermutlich aus seinem reichhaltigen Fundus an Erfahrungen plaudern, da er bevor er in die Politik ging, in der Sozialindustrie tätig war. Mit dem Verprassen von Steuergeldern hat also auch er reichlich Erfahrung.

 

 

Quellennachweise:

[1] https://web.archive.org/web/20181231005410/https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-weserholz-integration-in-der-werkstatt-_arid,1795129.html

[2] http://weserholz.de/

[3] http://kaeptnkurt.de/

[4] http://tanjaengel.org/

[5] https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/download/documents/dok_ba013244.pdf

[6] Europäischer Sozialfond: Bremen

[7] https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-weserholz-integration-in-der-werkstatt-_arid,1795129.html

[8] https://web.archive.org/web/20181231005553/https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-west_artikel,-denkraum-fuer-neue-lebensperspektiven-_arid,1680391.html

 

 

 

Ein Kommentar zu „Asyl- und Migrationsindustrie: Weserholz

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s